Privatschule oder öffentliche Schule – Was ist besser?

privatschulen

Ich bin 29 Jahre alt und bin mein ganzes Leben in öffentliche Schulen gegangen. So wie alle meine Freunde auch. Mit 16 oder 17 hatte ich eine Freundin aus Kalksburg. Diese Beziehung zeichnete sich nicht unbedingt durch Langlebigkeit aus, aber abgesehen davon hatte ich keine (wissentliche) Beziehung mit Menschen, die eine Privatschule besucht haben.

Mein Kind geht in einen normalen, öffentlichen Kindergarten. Einer seiner besten Freunde ging mit ihm in die gleiche Gruppe, bis ihn seine Mutter in einen Privatkindergarten steckte. Sie war einfach nicht einverstanden mit dem System und war von dem System des Privatkindergartens mehr überzeugt.

Aus ihrer Sicht ist privat besser. Ist es das auch?

Die Schulwahl ist für uns noch kein Thema, aber in unserem Bekanntenkreis ist es ein Thema. Es kommt mir vor, dass immer mehr Menschen ihre Kinder in Privateinrichtungen besser versorgt sehen, als in öffentlichen Schulen.

Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Sind Privatschulen besser als „normale“ Schulen und sollten wir es uns auch überlegen?

Nachdem ich keinen Vergleich habe und niemanden kenne, den ich fragen konnte, habe ich alle 49 Direktorinnen und Direktoren aus unserem Bezirk in Mödling gefragt.

Wohin würden unsere 49 SchulleiterInnen im Bezirk heute ihre Kinder in die Schule schicken?

Unter schule.at konnte ich schnell eine Liste aller Schulen bei uns im Bezirk finden, sprich Volksschulen, Mittelschulen, Gymnasien und weiterführende höhere Schulen.

Funny Fact: Obwohl diese Seite vom Bildungsministerium ua. bezahlt wird waren von diesen 49 angeführten Emailadressen 14 falsch und eine nicht mehr in Verwendung.

Von den verbleibenden 34 Schulen haben es 5 Schulleiter (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung) geschafft mir folgende Frage zu beantworten:

Wenn Sie ihr eigenes Kind nächsten September in die Schule schicken müssten, würden Sie Ihr Kind privat oder in eine öffentliche Schule schicken? Warum?

Vier Antworten kamen von Schulleitern aus einer öffentlichen Schule und eine aus einer Privatschule. Drei öffentliche Schulleiter würden ihre Kinder wieder in eine öffentliche Schule schicken. Sie sehen keinen Grund bzw. keinen Vorteil gegenüber einer Privatschule. Im Gegenteil, sie kostet zusätzlich Geld.

Jene Schulleiterin aus einer Privatschule würde wieder die Privatschiene wählen. Sie sieht den klaren Vorteil gegenüber einer öffentlichen Schule darin begründet, dass eine Privatschule bestimmte Werte besser vermitteln kann, als eine öffentliche Schule.

Sie ist auch überzeugt, dass in ihrer Schule mehr Wert auf die tatsächliche Wissensvermittlung gelegt wird, als sonst wo. Sie begründete dies mit den guten Werten in den soeben durchgeführten Bildungsstandards.

Für die Ahnungslosen wie mich. Die Bildungsstandards sind konkret formulierte Lernergebnisse, die sich aus den Lehrplänen ableiten lassen. Sie legen jene Kompetenzen fest, die Schüler/innen bis zum Ende der 4. Schulstufe in Deutsch und Mathematik sowie bis zum Ende der 8. Schulstufe in Deutsch, Mathematik und Englisch nachhaltig erworben haben sollen. In Kurz eine Minimatura für die Volksschule… Mehr zu lesen unter www.bifie.at

Privatschulen profitierten davon, dass bildungsnahe (lese wohlhabende) Eltern Schulgeld zahlen, damit die Lehrkraft mehr Möglichkeiten hat den Lehrplan zu kommunizieren.

Die Lehrkraft – der entscheidende Faktor

Alle 5 Schulleiter waren in diesem Sachlage eindeutig. Der entscheidende Faktor, ob das Kind oder schlecht gefördert wird ist per se nicht der Schultyp, sondern die Lehrkraft.

Eine Schulleiterin hat es auch direkt angesprochen. Alle Lehrerinnen und Lehrer, egal ob Privatschule oder öffentliche Schule, werden gleich ausgebildet und im Prinzip gleich bezahlt. Die Ausstattung der Schulen ist per se gleich.

Den Unterschied macht immer die Person, die unterrichtet.

Mein überraschendes Resumée

Insgesamt war ich nicht überrascht, dass die Schulleiter ihre eigene Schule präferieren. Interessant fand ich, dass niemand mit Vor- und Nachteilen von Lehrmethodiken bzw. irgendwelchen Pädagogikansätzen argumentiert hat.

Wahrscheinlich lässt es sich damit begründen, dass in den Klassen immer normale Lehrer stehen und es darauf ankommt, ob man „Lehrerglück“ hatte oder nicht.

Für mich bedeutet es also, dass die Entscheidung ob Privatschule oder nicht über die Qualität in der Klasse getroffen werden kann. Sondern über die Qualität rund herum.

Manchen sind die „Zusatzprodukte“ von manchen Privatschulen wichtig. Anderen ist der elitäre Rahmen und der zwangsläufige Ausschluss gewisser Gesellschaftsschichten wichtig.

Letztendlich ist es gut, dass es die Wahl gibt und jeder muss es sich für selbst entscheiden.

Was ist deine Meinung? Privat oder öffentlich – Was ist besser?

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Author: Sebastian

Sebastian Rupp arbeitet selbständig als Online Marketing Berater. Er unterstützt KMUs und EinzelunternehmerInnen Produkte effektiv online zu positionieren. P Snapchat: sebastian_rupp | Twitter | Facebook | Instagram

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