INTERVIEW mit der Perchtoldsdorfer Kabarettistin und Schauspielerin Isabell Pannagl

Wir trafen die junge Perchtoldsdorfer Kabarettistin, Schauspielerin und Musicaldarstellerin Isabell Pannagl in der Metzger Lounge am Marktplatz in Perchtoldsdorf zu einem Interview und Fotoshooting.

Isabell Panagl

Isabell ist schon in Perchtoldsdorf aufgewachsen

Isabell ist in Perchtoldsdorf aufgewachsen und begann nach der Matura Jus zu studieren. Als ihre Eltern dann auf einer längeren Kreuzfahrt waren gestand sie ihnen per Telefon, dass Sie beschlossen hat, dass Jusstudium hinter sich zu lassen um eine Musicalausbildung zu beginnen. Warum es viel Mut, Fleiß und Selbstkritik erfordert um durchzustarten, und warum Marianne Mendt und Maria Bill ihren Teil zu Isabells Karriere beigetragen haben, lest ihr im großen Interview!

Hallo Isabell! Wie geht’s dir denn in der Adventzeit? Hast du ausreichend Zeit sie zu genießen?

Ja, die Zeit versuch ich mir immer zu nehmen, aber gerade die Weihnachtszeit ist für uns Sänger „Hochsaison“. Für mich ist mein Beruf aber zum Glück Passion!

Mit meinem neuen Programm „Keine Frau für einen Mann“, das am 24. Oktober seine Premiere in der Bühne Mayer in Mödling hatte, darf ich am 26. Februar 2015 erstmals in der Burg Perchtoldsdorf zu Gast sein. Das ist natürlich gerade für mich als Perchtoldsdorferin eine besondere Ehre. Dazwischen gibt es Proben für das Musical „Non(n)sense“, und immer wieder Auditions und Castings zu denen ich teilweise bis nach Hamburg fahre. Diese müssen natürlich vorbereitet werden und da gilt es zu proben und zu trainieren – stimmlich und körperlich.

 

Wie sind diese sogenannten Auditions? Kann man sich das wie bei „Supertalent“ mit Dieter Bohlen vorstellen?

Ja, manchmal ist das ist recht ähnlich, und man muss um die Aufmerksamkeit der Jury kämpfen, die oftmals so im Akkord arbeitet, dass kaum für Augenkontakt Zeit bleibt.

 

Oft ist es aber auch so, dass die Regisseure ganz genau wissen, was Sie suchen. Sie wählen dann aus meinem Liederrepertoire Songs aus, und wenn ich stimmlich überzeugen konnte, geht es weiter zur Tanzaudition, wo ich manchmal auch meine Steppschuhe auspacken muss. Auditions sind spannend, auch nervenaufreibend und gerade in solchen Situationen lerne ich viel für meine weiteren künstlerischen Weg.

Isabel beim Metzger

Isabell beim Metzger in Perchtoldsdorf

Dein erstes Programm hieß „JA ich will“ Wie kam es dazu und worum ging es?

Das war eigentlich, im nachhinein betrachtet, ganz witzig und auch ein bisschen tollkühn. Ich begann damit, den Franz Szeiller Saal für drei Vorstellungstage zu buchen um dann gleich 7 Wochen auf Rucksackreise nach Asien zu fahren. Nach meiner Rückkehr wurde mir plötzlich bewusst, dass es nur mehr wenige Wochen waren bis zur Premiere meines ersten Soloabends. Ich begann zu schreiben – zuerst mit den berühmten „kalten Füßen“ – und es entwickelte sich nach und nach ein Programm rund um das Lied „I mecht landen“ von Maria Bill. Im Mittelpunkt das Thema „Heiraten“ sehr humoristisch und persönlich betrachtet. Und siehe da, es hat geklappt, ist gut angekommen und ich war plötzlich Kabarettistin.

 

Worum geht’s bei deinem neuen Programm „Keine Frau für einen Mann“? Ist das eine Fortsetzung?

Hier dreht sich alles ums Flirten – auf Facebook, Flirt-Apps wie Tinder oder natürlich auch beim persönlichen Kennenlernen. Machos oder Softies auf der Tanzflächen – das macht schon einen Unterschied (lacht). Selbstverständlich darf die Musik nicht fehlen und gemeinsam mit meinem Pianist Matthias Ellinger interpretiere ich Lieder quer durch die Genres bis hin zu der großen Marianne Mendt.

 

Also wenn du dich da so gut auskennst – Was hat es mit dem Anstubsen auf Facebook auf sich?

Hui, das ist ja ein heikles Thema (lacht), besonders das dreifache Anstubsen, das ja gleichgesetzt wird mit „FacebookSex“. Das wäre ja glatt ein Thema für ein neues Kabarett!

Isabell Pannagl mit Oliver Prosenbauer

Oliver Prosenbauer beim Interview mit Isabell Pannagl

Wie ist es als Frau im Kabarett?

Viele freuen sich, dass es wieder eine Frau im Kabarett gibt, denn es fehlen ein bisschen die Frauen. Ich hoffe, dass ich da einfach anschließen kann. Mit jungem frischen Wind und niveauvoll.

 

Was zeichnet dich als Schauspieler gegenüber anderen besonders aus?

Vielleicht die Vielseitigkeit. Ich hab eine Musicalausbildung, mache aber auch Kabarett und Schauspiel. Ich kann lustig sein und ernst. Im vergangenen Sommer habe ich in Mödling, im Bunker unter der Regie von Bruno Max eine ganz ernste Rolle gespielt. Und dann tags drauf mach’ ich wieder Kabarett. Genau diese Vielseitigkeit ist es, die ich an meinem Job liebe.

 

Wie bist du zum Musical gekommen?

Schon in der Schule durfte ich bei Musicalabenden mit dabei sein, z. B. sang ich die „Teekanne“ in „Die Schöne und das Biest“. Nach der Matura begann ich dann aber ein Jus Studium und musste mir bald eingestehen, dass ich dabei nur unglücklich war und meine Kreativität einfach völlig verloren ging. Nach 4 Semestern Jus habe ich die Aufnahmeprüfung am Vienna Konservatorium für Musical gemacht. Da waren meine Eltern gerade auf Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff und mein Vater meinte damals, als ich ihm erzählte von Jus auf Musical zu wechseln: „Ich krieg gleich einen Herzinfarkt.“

Aber jetzt unterstützen sie mich sehr. Wobei, beruflich bekomme ich wohl die beste Unterstützung von Claudia Dallinger, selbst Schauspielerin und Moderatorin. Sie begleitet mich von Anfang an in meiner künstlerischen Entwicklung und steht mir mit Rat und Tat zur Seite. Ich habe von ihr so viel lernen dürfen. Bei meinem aktuellen Soloprogramm hat sie auch die Regie gemacht.

Wo siehst du dich in den nächsten Jahren?

Mir liegt zum Beispiel das Stadttheater Mödling am Herzen – Bruno Max macht einfach tolles Theater. Und natürlich möchte ich auf großen Bühnen stehen, in Musicalproduktionen der Vereinigten Bühnen Wien zum Beispiel. Im Kabarett ist das Simpl ein großes Ziel. Ich weiß, man kann nur einen Schritt nach dem andere machen und Ziele sind dabei einfach wichtig.

 

Wie setzt du deine nächsten Schritte?

Ich möchte darauf vertrauen, dass mich mein Weg schon leiten wird. Dazu gehört viel Mut und dazwischen heißt es stetig an sich zu arbeiten.

 

Bist du kritisch zu dir selber?

Ja, das ist ganz entscheidend. Du musst hart an dir arbeiten und Selbstkritik gehört da dazu und bringt dich weiter. Und du musst Deine eigene „Marke“ kreieren, so etwas wie eine Unverwechselbarkeit erreichen – ich hoffe, das gelingt mir.

 

War es leicht von Perchtoldsdorf aus zu starten?

Ich hatte von Anfang an die Unterstützung der Perchtoldsdorfer. Meine ersten Fans waren aus dem Bezirk Mödling. Sie sind sehr treu, waren eine wichtige Starthilfe und begleiten mich weiter auf meinem Weg. Ich freue mich immer, wenn ich meine treuen Fans im Publikum sehe – Danke dafür!

 

Woher kommen deine Geschichten die du in den Kabaretts erzählst?

Ich hole meine Inspirationen aus meinem Umfeld. Sei es beim Heurigen, beim Einkaufen oder auch im Urlaub. Meine Freundinnen sind schon alle ganz nervös und sagen immer: „Na super jetzt müssen wir schon aufpassen was wir sagen, damit du uns nicht gleich ins nächste Stück einbaust.“

 

Würdest du gerne mal bei Oliver Baiers „Was gibt es neues auftreten?“ Ist das ein Traum einer jungen Kabarettistin?

Das wäre schon toll und ich würde alles geben um als junge Kabarettistin mithalten zu können. Man könnte den vielen Männern dort ja richtig einheizen…… (lacht).

 

Danke Isabella fürs Gespräch!

Mehr zu Isabella Pannagl
www.facebook.com/isabell.lachnaglwww.isabellpannagl.com

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Author: Oliver Prosenbauer

Oliver Prosenbauer ist Herausgeber des Lifestylemagazins D15TRICT und Eigentümer einer Werbe- und Event-Agentur. Als Genussmensch verbindet er gerne sein Know How als Marketing-Berater und seine Leidenschaft für den guten Geschmack.

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