Andreas Steppan im großen DISTRICT15-Interview

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Wir haben den Mödlinger Kabarettisten, Sänger und Schauspieler Andreas Steppan in einem seiner Lieblingslokale, der Schlosserei in Mödling getroffen um mit ihm über sein neues Programm, sein Leben in Mödling und Weihnachten mit der Patchwork-Familie zu plaudern.

Du wirst oft als Linzer bzw. Oberösterreicher betitelt. Was verschlägt dich nach Mödling?

Ich bin in Linz geboren –das aber auch nur so aushilfsweise. Meine Eltern haben in Wels gelebt, aber wahrscheinlich war das Welser Krankenhaus überfüllt oder so. Mit fünf sind wir hierher nach Maria Enzersdorf gezogen, weil mein Vater hier beruflich zu tun hatte. Seit dem lebe ich eigentlich, bis auf eine siebenjährige Auszeit in Wien, im Bezirk. Ich bin nach diesen sieben Jahren aus der Stadt rausgeflüchtet in die Natur. Ich bin einfach kein Städter und bin nach dieser Zeit fast reumütig wieder hierher zurückgekehrt.

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Was schätzt du am meisten am Bezirk Mödling?

Also hauptsächlich ist es die Natur. Ich bin jetzt nicht unbedingt ein wahnsinnig sozialer Mensch, sodass ich mich viel einbringe und mit den Ansässigen viel Zeit verbringe. Ich bin eher ein bisschen zurückgezogen. Aber das ist nicht aus Überheblichkeit, sondern das ist einfach mein Naturell. Es war aber schon auch die Schönheit der Stadt. Die hat mir schon immer sehr gut gefallen, auch wenn sich in letzter Zeit einiges geändert hat. Und die Natur rundherum – das hat einfach schon etwas sehr Erholsames und das tut einfach auch der Seele sehr gut.

 

Also bist du auch viel draußen unterwegs?

Ja, eigentlich schon. Früher bin ich vor allem viel Rad gefahren – vor allem als ich hier in der Nähe gewohnt habe. Mittlerweile wohnen wir woanders … und das Bergauffahren, das ist dann nicht mehr so toll – vor allem nicht wenn das Kreuz anfängt wehzutun. Und dann bin ich dicker geworden und dann hab ich keinen Sport mehr gemacht….Das ist ein Teufelskreis, aber ich versuch da irgendwie rauszukommen. Aber sonst bin ich früher wahnsinnig gerne gewandert und gejoggt in den Föhrenbergen. Auch viel alleine.

Ein ganz spezieller Platz ist, obwohl sie manchmal ein bisserl überlaufen ist, die Meiereiwiese. Früher war die ganz heimelig. Jetzt ist manchmal zu viel los da. Aber ich hab das Glück durch meinen Beruf, dass ich zu Zeiten hingehen kann wo andere Leute arbeiten. Das ist schon ein Privileg, denn wenn ich nicht gerade probe kann ich mir das aussuchen.

 

Wenn wir schon davon reden – wie kamst du denn zur Schauspielerei? War das immer schon dein Wunschberuf?

Seit Beginn der Volksschulzeit – wenn nicht schon früher – habe ich immer gesagt, dass ich Schauspieler werden will. Vermutlich aufgrund der vielen Western-Fernsehserien die Anfang der 60er immer im TV gelaufen sind. Das hat mich immer wahnsinnig fasziniert. Schon in der Schule hat mich einmal die Lehrerin gefragt, was ich werden will. Und ich hab ihr damals schon Schauspieler gesagt – oder Straßenkehrer. Weil ich geglaubt habe als Straßenkehrer würde ich keine Schule brauchen. Ich hab nämlich damals die Schule so gehasst – die hab ich als freiheitsberaubend empfunden. Schauspieler werden wollte ich auch deshalb, weil ich da das Gefühl hatte mich gar nicht so richtig für einen Beruf entscheiden zu müssen. Als Schauspieler kann ich ja einmal Arzt, einmal Privatdetektiv, einmal Indianer, einmal Cowboy vielleicht sogar Straßenkehrer sein.

 

Und dann war es klar, dass du Schauspieler wirst?

Es stand dann eigentlich nie etwas anderes zur Debatte. Meine Eltern haben sich da auch nicht irgendwie quer gelegt. Dann kam ich nach der Matura auch noch aufs Reinhardt-Seminar. Dann war’s überhaupt okay. Da bin ich zwar nach einem Jahr wieder rausgeflogen, was nicht mehr so okay war für meinen Papa. Der hatte Angst was aus dem Buben werden sollte.

 

Wie schafft man es aus dem Reinhardt-Seminar zu fliegen?

Damals gab es zwischen dem ersten und dem zweiten Jahr eine Übertritts-Prüfung. Die gibt es mittlerweile lang nicht mehr. Auf diese Prüfung hat man sich mit einem einzigen Lehrer vorbereitet… Und da hätte es halt geholfen, wenn wir einander sympathisch gewesen wären (grinsend). Er mochte mich nicht so, ich mochte ihn nicht so. Naja und dann bin ich nicht mehr zu seinem Unterricht gegangen, was dann zum Ausschluss geführt hat.

Da gab es dann aber auch so nette Menschen wie die Susi Nicoletti, die am Tag meines Austritts gesagt hat: „Keine Sorge, Talent setzt sich durch“. Kurz vor ihrem Tod habe ich sie dann hier in Mödling nochmal gesehen, weil sie sich ein Stück angeschaut hat, in dem ich mitgespielt habe. Sie meinte „ich kann mich nicht mehr erinnern, aber es dürfte stimmen“.

 

Wie ging es dann weiter? 

Nach dem Rausschmiss habe ich ein bisschen die Orientierung verloren und habe ein Jahr lang Publizistik als Alibi-Studium gemacht. Ich bin da auch nur zu einer Prüfung gegangen.

Dann habe ich beschlossen erst mal das Bundesheer hinter mich zu bringen. Aber wie das Leben so spielt: in dieser Zeit habe ich mit einem Freund Kabarett gespielt und hatten immer wieder Auftritte. Wir sind dann auch zu einem –das hieß damals noch nicht so – Casting zum ORF für „Die große Chance“ mit Peter Rapp gegangen. Da wurde ich dann wirklich genommen. Ich war im ersten Monat meines Präsenzdienstes also musste das dann parallel gehen.

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Worum geht es denn in deinem aktuellen Programm, mit dem du am 21. Jänner in der Burg Perchtoldsdorf zu sehen sein wirst?

Steppan singt ist ein Musikprogramm, das ich gemeinsam mit dem Pianisten und Freund Bernhard van Ham mache. Er spielt und ich singe Lieder aus ganz unterschiedlichen Musikrichtungen denen ich sehr verbunden bin und die in meinem Leben eine Rolle gespielt haben. Gleichzeitig lasse ich auch mein Leben revue passieren.

Den Leuten gefällt es und mir macht es auch ganz großen Spaß.

 

Wie kamst du denn zum Singen?

Ich wollte immer auch Sänger werden. Habe aber früher auch falsch gesungen. Ich bin also jetzt nicht als musikalischer Mensch auf die Welt gekommen, sondern habe mir das schwer erarbeitet. Umso stolzer bin ich jetzt eigentlich auch, dass ich das gemeistert habe und in Musicals gespielt habe

Im Programm singe ich Lieder aus verschiedenen Richtungen: ein Wiener Lied, eines von Udo Jürgens aber natürlich auch Frank Sinatra genauso wie Robbie Williams und Andreas Bourani. Ganz bunt gemischt und mit meiner Note.

 

Du spielst aber aktuell auch noch an einem anderen Stück?

Genau, das heißt Lametta und wird am Gloria Theater in Wien aufgeführt. Da hatten wir am 20. November die Premiere. Das ist ein Weihnachtsstück und ist eine Bestandsaufnahme einer österreichischen Patchworkfamilie am Heiligen Abend. Ein bisschen auf die Art von Gerhard Polt und wie er den Leuten aufs Maul geschaut hat.

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Wie feierst du privat Weihnachten?

Nun ja, wir sind auch eine Patchworkfamilie und treffen uns nun seit 10Jahren an Weihnachten immer. Da ist meine Frau mit ihrer Mutter, meine Ex-Frau mit ihrem neuen Mann und ihren Müttern, meine Tochter, mein Sohn mit seiner Lebensgefährtin und dem Enkelkind und meine Eltern. Alle kommen zu uns ins Haus – das geht sich eh grade noch so aus. Es immer sehr schön und lustig bei uns. Ich bin sehr dankbar, dass es so abläuft.

 

Und um Mitternacht dann alle gemeinsam zur Mette?

Nein mit Religiösem kann ich eigentlich nicht dienen. Obwohl mein Vater eigentlich aus einer Kirchenmusiker-Familie kommt. Sein Bruder und sein Vater waren beide Organisten. Mein Vater ist ein bisschen aus der Art geschlagen. Der musste immer musizieren, was ihm aber nicht so großen Spaß gemacht hat. Daraufhin ist er Chemiker geworden. Und wie ich in meinem Programm sage: Er ist Chemiker geworden – ich bin Komiker geworden. Also so viel Unterschied ist da auch nicht.

Er hat sich auch gewehrt einen musikalischen Haushalt einzurichten. Leider… Und jetzt ist es so, dass er an Weihnachten am Klavier spielt, meine Exfrau spielt Chello und meine Frau und ich lernen seit Jänner Saxophon… Wir nähern uns der Hausmusik wieder an.

 

Nächsten Sommer wirst du bei den Seefestspielen in Mörbisch dabei sein. Welche Rolle wirst du spielen?

Ja, wir spielen dort die Operette Viktoria und ihr Husar. Ich bin eigentlich kein großer Operetten-Kenner aber zufälligerweise kenne ich genau die sehr gut und sie gefällt mir auch sehr. Es war also eine große Ehre gefragt zu werden und da mitmachen zu dürfen.

Ich spiele den Konsul, der seine geliebte Frau gehen lässt, damit sie einen anderen lieben kann.

Viel Erfolg weiterhin und Danke für das nette Interview

Mehr Infos zu Andreas Stefan und den Terminen auf www.steppan.at

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Author: Cristina Gheorghe

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